releases

Re-Mastered 2009

ORLANDO DI LASSO

(1532—1594)

DEUTSCHE LIEDER
GERMAN SONGS

SPÄGELE · LANDAUER
JOCHENS · HERBERICH
LAUTTEN COMPAGNEY

1CD · PC:01 · C5011
845221050119

Herzlichen Glückwunsch! 2009 feiert die Lautten Compagney ihren 25. Geburtstag. Da kommt die Wiederveröffentlichung dieser Aufnahme aus dem Jahr 1993 gerade recht. Wolfgang Katschner, der künstlerische Leiter des Ensembles, und Hans-Werner Apel waren damals schon dabei. Aber auch die junge Hille Perl – heute gefeierte Star-Solistin an der Viola da gamba – gehörte damals zur Lautten Compagney und ist auf dieser Aufnahme zu hören. Die CD enthält deutsche Lieder und Instrumentalstücke von Orlando di Lasso, dem aus Mons im Hennegau stammenden bayerischen Hofkomponisten. Es war sein Bestreben, die „Italienische liebligkeit“ und die „Teutsche Dapffrigkeit“ miteinander zu verbinden und so das deutsche Lied in den Stand einer „zierlichen und adelichen Kunst“ zu erheben. Die Vokalsolisten sind Mona Spägele, Bernhard Landauer, Wilfried Jochens und Thomas Herberich, aber die Lautten Compagney führt etliche Stücke auch rein instrumental auf, wie es der historischen Praxis entsprach.

Happy Birthday! In 2009, the Lautten Compagney celebrates its 25th birthday. And this is the right moment to re-release this recording of 1993. Wolfgang Katschner, artistic director of the ensemble, and Hans-Werner Apel already performed during the recording. But also, the young Hille Perl – nowadays a renowned viola player – was a member of the Lautten Compagneyand took part in the recording. The CD contains German Lieder and instrumental pieces by Orlando di Lasso, original from Mons in Flanders, who became Bavarian court composer. It was Lasso’s aim to combine the “mellifluous Italianity” to the “stalwart Germanity and thus elevate the German Lied to a “daintier and nobler state”. The vocal solists on this CD are Mona Spägele, Bernhard Landauer, Wilfried Jochens and Thomas Herberich. Many of the works are though performed by the Lautten Compagney as mere instrumental pieces in order to reflect the historical practice of the time.

VENETIAN BRASS

GIOVANNI GABRIELI

GIROLAMO FRESCOBALDI

GIOSEFFO GUAMI

HR Brass
EWARD TARR

1CD · PC:01 · C5012
845221050126

Der Markusdom in Venedig ist prädestiniert für die Aufführung mehrchöriger Musik. Giovanni Gabrieli komponierte seine Kanzonen und Symphoniae sacrae für diesen Ort. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde an San Marco in Venedig ein festes Bläser-Ensemble gegründet; die drei Brüder dalla Casa aus Udine, die vermutlich je nach Bedarf Zink oder Posaune spielten, bildeten den Kern der Gruppe, die später um den Kornettisten Giovanni Bassano erweitert wurde. In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen die ersten Aufnahmen dieser Werke mit Mitgliedern moderner Sinfonieorchester. Die vorliegende Aufnahme von „hr brass“ stellt den wohl ersten Versuch dar, diese Werke zwar mit einem modernen Instrumentarium einzuspielen, zugleich jedoch aufführungspraktische Erkenntnisse über die Musik der Zeit mit einzubeziehen. Deutlich wird dies bereits an der Verwendung eines Orgelpositivs, das durchgängig mitspielt.

St. Marcus Dome in Venice is predestined for multichoral music. Giovanni Gabrieli composed his canzonas and symphoniae sacrae for this location. In the second half of the 16th century, San Marco in Venice received its own fixed brass ensemble. The three brothers Della Casa from Udine, who played Cornett or trombone according to the occasion, were the core of this group. Later, the cornettist Giovanni Bassano joined the ensemble. During the 1960ies, the first recordings were published by members of modern symphony orchestras. The recording at hand by “hr brass“ was probably the first experiment of performing with modern instruments, while exercising the music in a historically coherent way. This is noticeable by the usage of a continuous organ positive.

GEORG PHILIPP TELEMANN

(1681 – 1767)

CANTATAS & ODES
KANTATEN & ODEN

RENÉ JACOBS, Altus
AKADEMIE FÜR ALTE MUSIK BERLIN

1CD · PC:01 · C5013
845221050133

René Jacobs und die Akademie für Alte Musik Berlin arbeiten schon seit Jahrzehnten erfolgreich zusammen. Heute kann man sich das nur so vorstellen, dass Jacobs das Ensemble als Dirigent leitet. Doch die vorliegende Telemann-Produktion stammt aus dem Jahr 1989, und das war in vielerlei Hinsicht ein Jahr des Aufbruchs. René Jacobs ist hier in seinem angestammten Metier als Countertenor zu hören, und die Mitglieder der Akademie für Alte Musik begleiten ihn in Kammerbesetzung – ohne Dirigent. Die Zusammenarbeit von René Jacobs mit diesem Berliner Orchester, die inzwischen zu zahlreichen preisgekrönten Aufnahmen geführt hat, nahm mit dieser Telemann-CD ihren Anfang; inzwischen sind beide mit dem begehrten Telemann-Preis der Stadt Magdeburg ausgezeichnet worden – die Akademie für Alte Musik 2006, René Jacobs 2008.

René Jacobs and the Akademie für Alte Musik Berlin cooperate since decades successfully. Nowadays you can only imagine Jacobs as the orchestra director of the ensemble. The Telemann production was released in 1989, which was undoubtedly a year of radical changes. In this recording, René Jacobsis the countertenor, being accompanied by the members of the Akademie für Alte Musik in a chamber music arrangement – without director. The cooperation between René Jacobs and the Berlin-based orchestra, which led to a number of award-winning releases, began with the Telemann recording at hand. In the meantime, both were awarded with the Telemann prize of the city of Magdeburg. The Akademie für Alte Musik received the prize in 2006, René Jacobs in 2008.

JOHANN SEBASTIAN BACH

(1685 – 1750)

KANTATEN · CANTATAS
Jauchzet Gott BWV 51
Ich habe genug BWV 82
Mein Herze schwimmt im Blut BWV 199

EDITA GRUBEROVA
SIEGFRIED LORENZ
DEUTSCHE BACHSOLISTEN
HELMUT WINSCHERMANN etc.

1CD · PC:01 · C5014
845221050140

Diese Wiederveröffentlichung ist ein interessantes Dokument der Bach-Pflege in Ost- und Westdeutschland in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts. Während der DDR-Bürger Siegfried Lorenz nur geringe Reisemöglichkeiten hatte und deshalb zunächst keine internationale Karriere machen konnte, war die aus der Tschechoslowakei in den Westen geflüchtete Edita Gruberová schon damals ein Weltstar. Obwohl sie für romantische Opernrollen prädestiniert scheint, ließ sie es sich nicht nehmen, auch zwei hochvirtuose Bach-Kantaten aufzunehmen, ebenso wenig wie Siegfried Lorenz, der als Ensemblemitglied der Berliner Staatsoper Unter den Linden auch im modernen Repertoire brillierte. Die Deutschen Bachsolisten (West) und das Neue Bachische Collegium Musicum (Ost) spielen auf modernen Instrumenten; doch während Helmut Winschermann sein Ensemble im Stil etwa des in den 50er Jahren sehr renommierten Stuttgarter Kammerorchesters spielen lässt, zeigen die Interpretationen des 16 Jahre jüngeren Max Pommer schon deutliche Spuren der Auseinandersetzung mit der Historischen Aufführungspraxis.

This re-release is an interesting document of how West and East Germany nurtured Bach’s works in the eighties of the 20th century. DDR-citizen Siegfried Lorenz only had small chances for traveling, and was not able to make an international career. In the other side, Edita Gruberova fled from Czechoslovakia to become a world-famous star. Being predestined for a romantic role in many operas, she also recorded two highly virtuosic Bach cantatas. Siegfried Lorenz did the same in Eastern Berlin, being a member of Berliner Staatsoper Unter den Linden, where he also excelled with a modern repertoire. The German Bach solisten (West) and the Neue Bachische Collegium Musicum (East) both play on modern instruments. While Helmut Winschermann directs in the manner of the – for the fifties – renowned Stuttgart Camber Orchestra, the interpretation of the 16 years younger Max Pommer already shows the altercation with historical arrangement practices.

JOHANN CHRISTOPH FRIEDRICH BACH

(1732 – 1795)

SECULAR CANTATAS
WELTLICHE KANTATEN
PYGMALION · DIE AMERIKANERIN · INO

BARBARA SCHLICK
HARRY VAN DER KAMP
DAS KLEINE KONZERT · HERMANN MAX

1CD · PC:01 · C5015
845221050157

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) wurde unter dem Namen „Bückeburger Bach“ bekannt. In der kleinen norddeutschen Residenzstadt Bückeburg wirkte J. C. F. Bach 45 Jahre lang; er wurde mit 18 Jahren als Kammermusiker berufen und brachte es bis zum Hofkapellmeister. Stilistisch sind die drei Kantaten dieser CD der Übergangszeit zwischen dem Spätbarock und der Frühklassik zugehörig. Allen drei Kantatentexten ist das Phänomen der Verwandlung, der „Metamorphose“, eigen: die Verwandlung einer vom Künstler geschaffenen Statue in ein menschliches Wesen („Pygmalion“), die visionäre Umwandlung der Realität in ein Wahnbild („Die Amerikanerin“) sowie die Verwandlung einer Sterblichen in eine Meeresgottheit („Ino“). Stets aber ist es die Kraft der Liebe, welche die Verwandlung erzwingt, sei es mit Hilfe der Götter oder sei es durch den Genius, der im eigenen Herzen wohnt. Auch nach 20 Jahren haben die Interpretationen nichts von ihrer Frische und stilistischen Kompetenz verloren. Im Juni 2008 erhielt Hermann Max die Bach-Medaille der Stadt Leipzig für seine Verdienste um die Musik Johann Sebastian Bachs und seiner Familie.

Johann Christoph Friedrich Bach (1732-1795) was also called the “Bach from Brückeburg”. This small residence in northern Germany was J. C. F. Bach’s working place for 45 years. He was appointed at the age of eighteen as chamber musician and made a career as court chapel master. Stylistically, the three cantatas of this CD are works of the transition period between the Late Baroque and Early Classic. These three cantatas are all about the subject of change: the metamorphosis of a statue into a human being (“Pygmalion”), the visionary transmutation of the reality into a delusional picture (“Die Amerikanerin“), and the transformation of a human being into a God of the Seas (“Ino”). Always it is love to force the change from one state to the other, with or without the help of gods or by mere genius living in one’s heart. After 20 years since their release, the representations have not lost a bit of their freshness or stylistic competence. In June 2008, Hermann Max was awarded with the Bach medal of the city of Leipzig for his merits for the music of Johann Sebastian Bach and his family.

ANTONIO VIVALDI

(1678 – 1741)

THE OBOE SONATAS
DIE OBOENSONATEN

BURKHARD GLAETZNER · INGO GORITZKI
Christine Schornsheim · Karl Suske

1CD · PC:01 · C5016
845221050164

Zum 65. Geburtstag von Burkhard Glaetzner wird nun seine Gesamtaufnahme der Oboensonaten von Antonio Vivaldi wieder veröffentlicht. Glaetzner zählt zu den profiliertesten Virtuosen seines Instruments; er hat sich einen Namen gemacht als Hochschullehrer in Leipzig und Berlin, gilt als Spezialist für Neue Musik und hat zahlreiche Ensembles ins Leben gerufen und geleitet. Seine Aufnahme der Vivaldi-Sonaten mit Christine Schornsheim als Continuo-Spielerin entstanden 1986. Die zeitliche Distanz hört man den Aufnahmen nicht an; das Spiel überzeugt durch hohe stilistische Kompetenz. Die Aufnahme enthält auch die Ersteinspielung der Sonate für Violine, Oboe, obligate Orgel und Fagott RV 779.

In occasion of Burkhard Glaetzner’s sixty-fifth birthday, we are re-publishing the complete recording of all oboe sonatas by Antonio Vivaldi. Glaetzner is one of the most renowned virtuosic to play this instrument: he was professor at the Universities in Leipzig and Berlin, is a specialist for New Music, and called to life and directed many different ensembles. This recording of the Vivaldi sonatas with Christine Schornsheim playing the continuo is from 1986. The timely distance of the recording is not noticeable. The recording has a stylistic competence. The CD also contains the first recording of the sonata for violin, oboe, the obligate organ and bassoon, RV 779.

LICIENSAR DAVID

(1810 – 1876)

LE DÉSERT
DIESTE · THE DESERT

Pascalin · Lazzaretti
Choir of St. Hedwig’s Cathedral Berlin
RADIO-SYMPHONIE-ORCHESTER BERLIN
GUIDO MARIA GUIDA

1CD · PC:01 · C5017
845221050171

„Im Zeitalter Ludwigs XIV. war man Hellenist, jetzt ist man Orientalist“, schrieb Victor Hugo im Vorwort seiner 1829 erschienenen Gedichtsammlung „Les Orientales“. Er charakterisierte damit treffend eine Grundstimmung, die für weite Teile der französischen Intelligenz um die Mitte des 19. Jahrhunderts galt. Der Orient war en vogue. Er war der Ort des Geheimnisvollen, des Märchenhaften, des Verbotenen, des Erotisch-Sinnlichen – der Orient diente als Projektionsfläche für all das, was die Phantasie bewegte, die Moral aber untersagte. 1844 komponierte Félicien David nach einer Expedition, die ihn bis nach Ägypten führte, die Symphonische Ode „Le Désert“ („Die Wüste“). Die größte Überraschung bringt der dritte Teil: Nach einem einfachen Tongemälde, das den Sonnenaufgang über der Wüste schildert, erhebt sich der vom Solotenor vorgetragene Ruf eines Muezzin, der wohl erste mohammedanische Gebetsruf auf einer europäischen Konzert- oder Opernbühne.

“During the times of Louis XIV one ought to be a Hellenist, now one has to be an Orientalist”, wrote Victor Hugo in 1829 in the foreword of his collection of “Les Orientales“. In this way, he characterized a prevailing mood of the French intellectuals in the middle of the 19th century. The Orient was “en vogue”. It was the place of marvelous, forbidden, erotic and sensual feelings. The orient was the projection of all fantasies that morals forbade. In 1844, Félicien David composed the symphonic ode “Le Désert“ (“The Desert“) after his return from an expedition to Egypt. The surprise in this works comes up in the third movement. After a rather simple structure, depicting the sunrise over the desert, the tenor soloist intonates the muezzin’s call. This must have been the first Mohammedan prayer call ever to be performed on a European stage.

JOHANNES BRAHMS

(1833 – 1897)

GERMAN FOLKSONGS
DEUTSCHE VOLKSLIEDER

HERMANN PREY · PAMELA COBURN
GEOFFREY PARSONS

1CD · PC:01 · C5018
845221050188

Diese CD stellt gleich eine doppelte Erinnerung dar: 2009 würden der deutsche Bariton Hermann Prey und der australische Pianist Geoffrey Parsons 80 Jahre alt; beide sind in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gestorben, mit nur 69 bzw. 66 Jahren. Ihre gemeinsame Aufnahme von deutschen Volksliedern in der Bearbeitung von Johannes Brahms, bei der auch noch die Sopranistin Pamela Coburn mitwirkte, stammt aus dem Jahr 1987 und zeigt ihre Meisterschaft aufs Schönste: Hermann Preys samtenes Timbre passt zu Brahms Harmonie der gedeckten Farben; Preys präzise Artikulation und die angemessen schlichte Gestaltung bringen die Schönheit der Liedbearbeitungen voll zur Geltung. Geoffrey Parsons galt nicht von ungefähr als der bedeutendste Liedpianist seiner Generation: Er besaß die seltene Gabe, auch das Schwierige und hart Erarbeitete einfach und selbstverständlich erscheinen zu lassen.

This CD is a double remembrance: In 2009, both German baritone Hermann Prey and Australian pianist Geoffrey Parsons would have celebrated their 80th birthday. Both died in the 1990ies at the age of 69, respectively 66. Their recording of German popular ballads with adaptations by Johannes Brahms and the participation of soprano singer Pamela Coburn is from 1987. It shows an enormous mastership: Hermann Prey’s silky timbre matches perfectly with Brahm’s muted colors. His precise articulation and the adequately simple arrangement show the beauty of these Lied adaptations. Geoffrey Parsons was renowned for being one of the best Lieder pianists of his generation. His gift was his ability to play difficult passages in a natural way and nonchalant way.