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September 2009

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ERNST KRENEK

Symphonic Elegy – Works for string orchestra
Orchestra Leopoldinum
Ernst Kovacic
2 CD – PC 21
C5033 · UPC: 84522105033 1

Abschied und Aufbruch – Ernst Kreneks Werke für Streichorchester

Mit seiner Symphonic Elegy, die er bereits im Januar 1946 „in memoriam Anton Webern“ vollenden konnte, leistete Krenek auf beeindruckende Weise Trauerarbeit. Immerhin war es ihm gelungen, ein Werk zu schaffen, das einerseits (in der souveränen Handhabung der Zwölftonmethode) kompositionstechnisch auf der Höhe seiner Zeit stand, andererseits aber von bewegender Espressivität ist, wie etwa der zentrale Teil offenbart: eine an Gustav Mahler gemahnende Marcia funebre, die der perkussiv wiederholte, dem Pizzikato der tiefen Streicher überantwortete Ton d grundiert.

Weniger komplex geht es in Kreneks 1955 geschriebenen Sieben leichten Stücken für Streichorchester zu, wobei „leicht“ nicht allein auf den nicht sonderlich hohen spiel technischen Schwierigkeitsgrad abzielt, sondern auch auf das Leger-Heitere, das den genrehaften Miniaturen eignet.

Die kräftigen Rhythmen der Sinfonietta a Brasileira op. 135 verweisen indes weniger auf Folklorismen als auf den jungen Krenek, der sich in der Phase der Neuen Sachlichkeit gern maschinenhafter Pulsationen bediente. Es scheint als habe der Komponist damals wieder an Bodenhaftung gewonnen und sich von jenen vergeistigten Klängen verabschiedet, mit denen er auf den Zweiten Weltkrieg und das Exil reagiert hatte.

Farewell and Departure – Ernst Krenek’s opus for string orchestra
The composers Symphonic Elegy “in memoriam Anton Webern” which he finalised already in January 1946 is an impressive example of grieving. After all, he has managed to combine on the one hand the sovereign use of twelve-tone music, then a sign of his sound grasp of contemporary composition, and on the other hand he made use of a moving expressiveness, which is especially apparent in the central movement: A Marcia funebre in the tradition of Gustav Mahler, underpinned by a note in D by low-pitched strings in pizzicato mode.
Krenek’s Sieben leichte Stücke (Seven easy/light pieces of music) for string orchestra, composed in 1955 are less complex. However, the classification as easy/light is not only characterising the relatively low level of technical difficulty but the cheerful and casual character of the pieces.
The powerful rhythm of the Sinfonietta a Brasileira op. 135 is not so much borrowed from folkloristic music but more a reference to the work of the young Krenek, who during the phase of Neue Sachlichkeit (New Sobriety) liked to use machine-like pulsation. It seems as if the composer had regained his old fortitude after the years of WWII and his exile which were characterised by refined sounds.

RALPH VAUGHAN-WILLIAMS

Oboe Concerto – Ten Blake Songs
Fantasia on a theme by Thomas Tallis
LAJOS LENCSES
Budapest Strings

1 CD – PC 21
C5035
UPC 84522105035 5

Ralph Vaughan Williams: Musik bei der “die Vernunft ein Zuhause findet”

Das Concerto für Oboe vereinigt in einem kleinen Rahmen eine große Zahl musikalischer Materie und zeigt das launenhafte Gemüt und die schier unendliche Lungenkapazität von Goossens, kombiniert mit geschmeidigen Melodielinien, die über drei Sätzen Szenen ausmalen die von unverblümten Tänzen bis hin zu schmerzlichem Tiefsinn reichen.

Vaughan Williams schrieb im Laufe seiner Karriere viel Filmmusik. Seine Ten Blake-Songs entstanden für einen 29-minütigen Dokumentarfilm, The Vision of William Blake (1958), in welchem die Philosophie des Dichters Blake in seinen Bildern und Schriften vorgestellt wurde.

Household Music wurde ursprünglich für ein Streichquartett geschrieben. Es war aber möglich die Streicher durch Oboe, Klarinette, Flöte, Saxophon oder Horn, mit einigen Transpositionen sogar durch Fagott, Bassklarinette, Blockflöte, etc. zu ersetzen. Auch ein Arrangement für ein mittelgroßes Orchester wurde ausgearbeitet.

Eine der am meisten gefeierten Komposition von Vaughan Williams, die Tallis Fantasie, entstand 1910 (1913 und 1919 überarbeitet) für das The Three Choirs Festival, einer Musikveranstaltung deren Geschichte die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht und die jeden August abwechseln in einer der Kathedralen der drei teilnehmenden Britischen Grafschaften stattfindet. Die Partitur von Tallis Fantasia ist reichlich mit Hinweisen wie animato, cantabile, und molto espressivo versehen und leistete wichtige Vorarbeit für spätere, die Emotionen in Streichinstrumenten erforschende Stücke, wie zum Beispiel das berühmte Adagio (1936) von Samuel Barber.

Ralph Vaughan Williams: Music “where sanity can find a home.”

The Oboe Concerto displays the mercurial moods and infinite breath capacity of Goossens, with long sinuous melodic lines painting scenes in three movements, ranging from forthright dances to poignant pensiveness.

Vaughan Williams wrote extensively for films, and his Ten Blake-Songs were composed for a 29-minute documentary film, The Vision of William Blake (1958) in which the poet Blake’s philosophy is expressed in his paintings and writings. Household Music was initially composed for string quartet, but the strings were authorized to be replaced by oboe, clarinet, flute, saxophone or cornet, and even, with some transposition, bassoon, bass clarinet, recorder, etc. An arrangement for medium-sized orchestra was also made.

One of Vaughan Williams’ most celebrated compositions, the Tallis Fantasia was written in 1910 (and later revised in 1913, and again in 1919) for The Three Choirs Festival, a music event dating back to the 18th century, held each August alternately at the cathedrals of the three British counties. The Tallis Fantasia score, marked abundantly with directions like animato, cantabile, and molto espressivo, made possible later modern works exploring emotions in strings, like the famous Adagio (1936) by Samuel Barber.

2 DVD Opera Set: World Premiere Recordings for DVD-Video:

ERNST KRENEK (1900 – 1991)

DVD 1: KARL V. (1933)
Dietrich Henschel, Moritz Fährmann, Cassandra McConnell, Andreas Herrmann, Hubert Francis Wiener Symphoniker , Lothar Koenigs,
Conductor Production: Uwe Eric Laufenberg

DVD 2: KEHRAUS UM ST. STEPHAN
(LAST DANCE ARROUND ST. STEPHENS)
Satire mit Musik in 2 Teilen op.66 (1930)
Andrea Bogner, Sebastian Holecek, Roman Sadnik Symphonieorchester Vorarlberg,
John Axelrod: Conductor
Subtitles: Deutsch English / Français
NTSC – worldwide 16:9 – 5.1 / PCM Stereo
2 DVD – PC 32
C9001
UPC: 84522109001 6

ERNST KRENEK: Karl V.
Auf eigenen Wunsch von der Kaiserwürde entbunden, bilanziert der dem Tod entgegensehende Karl V. sein Dasein – in einer Rückschau auf die wesentlichen Stationen seiner Biographie, wohlwollend bis kritisch unterstützt von dem jungen Beichtvater Juan de Regla. Der Ex-Regent hält sein Leben für gescheitert, da es ihm nicht gelungen sei, die Welt im Zeichen Christi zu einen. Nicht einmal Luthers Reformation und die Kirchenspaltung habe er verhindern können. Sich der Tatsache bewusst, ein politisches „Flickwerk“ zu hinterlassen und ein Reich, in dem die Sonne niemals unterging, der Dunkelheit preisgegeben zu haben, stirbt Karl V. – mit der bescheidenen Hoffnung, dass er wenigstens diese letzte seiner Aufgaben zu Gottes Zufriedenheit bewältigen möge.
Die Entscheidung, in Karl V. erstmals die Zwölftonmethode anzuwenden, ließ Krenek nicht nur die erste abendfüllende „Zwölftonoper“ der Musikgeschichte schreiben, sie half ihm auch aus seiner schöpferischen Krise. Der politischen Katastrophe konnte sich der Komponist freilich nicht entziehen. Eine Intrige der nazifreundlichen Heimwehr brachte zunächst die für 1934 angesetzte Uraufführung von Karl V. zu Fall, und vier Jahre später musste Krenek vor den Nationalsozialisten in die USA fliehen.

Released from the weight of authority, close to death, Charles V meditates on the key stations of his life. He is helped in doing so by the young confessor: Juan de Regla. Having failed to unite Christendom the former sovereign regards his life as a failure. He even proved incapable of preventing Luther’s Reformation and the schism within the church. Conscious of leaving a political “patchwork” and an empire (upon which the sun never set) in darkness behind Charles V dies with the modest hope that he will at least manage this last act of duty to God’s satisfaction.
The decision to use a tone row meant not only that Krenek created the first “tone row opera”, it helped him get out of his creative crisis. The political disaster however was unavoidable. An intrigue by the “Heimwehr” (Home Guard), which was sympathetic to the Nazis, prevented the opera being staged in 1934. Four years later Krenek was forced by the Nazis to flee to America.

Kehraus um St. Stephan
Der Rittmeister Ottmar Brandstetter gehört zu jenen Menschen, deren Leben infolge des Ersten Weltkriegs (1914-1918) nur noch ein Trümmerfeld ist. Sozial vereinsamt, ohne berufliche Perspektive, unternimmt er einen Versuch der Selbsttötung – erfolglos, aber folgenreich: Sein Retter, der Weinbauer Sebastian Kundrather, bietet ihm nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch eine Aufgabe – als Helfer bei der
Pflege und Ernte der Reben. Im Gegensatz zu Brandstetter, der anfangs als Verlierertyp erscheint, ist sein Freund Alfred Koppreiter in den Augen der Gesellschaft ein Kriegsgewinnler, ein erfolgreicher Geschäftsmann. Doch am Ende verliert Koppreiter infolge einer Intrige alles, sein Vermögen, seine Geliebte (Maria alias Ria) und schließlich – sich selbst erschießend – sein Leben, während Brandstetter nicht nur den Weinberg Kundrathers erbt, sondern auch die irrtümlich für untreu gehaltene Elisabeth zurückgewinnt.
In Kehraus um St. Stephan wandte sich Krenek nun wieder der Dur-Moll-Tonalität zu. „Noch einmal“, kommentierte der Komponist in seiner 1953 publizierten Selbstdarstellung, „hatte ich das romantische Rüstzeug mobilisiert für ein Bühnenspiel, das die politische und soziale Krise Wiens in der Nachkriegszeit behandelte. Während die Musik immer noch den Schubert-Klang des Reisebuchs aufwies, war das Libretto scharf kritisch mit Bezug auf lokale Verhältnisse und besonders die Haltung Deutschlands gegenüber Österreich.“

The cavalry captain Ottmar Brandstetter is one of those whose lives have been ruined by the First World War (1914-1918). Lonely, without hope of a career, he tries to commit suicide but fails. His savior: the wine grower Sebastian Kundrather, offers him not only a new home but a new task – as a helper in the care and harvesting of his grapes. In contrast to Brandstetter, who seems at the beginning to be a loser, his friend Alfred Koppreiter, a successful businessman, is regarded as a war profiteer. At the end though Koppreiter loses, as a result of an intrigue, not only his fortune and love (Maria/Ria) but his life, while Brandstetter not only inherits Kundrather‘s vineyards, he regains the love of Elisabeth, who he erroneously believed to have been unfaithful.
In “Kehraus um St. Stephan” returned Krenek to the major-minor tonality and composed in a neo-romantic style. “Once more I mobilized” the composer wrote in his Selbstdarstellung of 1953, “the romantic tools for a work for stage that dealt with the political and social crisis in post war Vienna. While the music still exhibited the influence of the Schubert-like Reisebuch the libretto was highly critical of the local situation and especially the attitude of Germany toward Austria.”