cd

Tzimon Barto

THE SCHUBERT ALBUM

2 CD PC: 21 C5028 – UPC 84522105028 7

Piano Sonata D 894 / Impromptus D 899
Moments Musicaux D 780

TZIMON BARTO, Klavier / piano


Als einer der führenden amerikanischen Pianisten seiner Generation begeistert Tzimon Barto seine Fangemeinde auf beiden Seiten des Atlantiks mit außergewöhnlichen und mitreißenden Konzerten. Durchaus außergewöhnlich auch seine neueste Einspielung mit Werken von Franz Schubert. Eine durchwegs sehr eigene, ja eigenwillige Interpretation die gerade in den langsamen Sätzen einen nahezu nie enden wollenden
Spannungsbogen aufzeigt, meditativ versinkend in der tiefen, lyrischen Musiksprache Franz Schuberts. Barto zeigt uns hier ganz deutlich, wie sehr der Lied-Komponist auch in seinen Klavierstücken wieder zu finden ist.

Mitte der 1820er Jahre hatte sich Schubert endlich einen Platz im öffentlichen Konzertleben erobert. Darüber hinaus gab es seitens der Verlage großen Bedarf an Klavierstücken, die sich für den Hausgebrauch oder den Salon eigneten.
Eben solche Salonpiècen lieferte Schubert mit seinen Impromptus und Moments musicaux.

Die G-Dur-Sonate D 894 stammt vom Oktober 1826 und ist dem langjährigen Freund und Förderer Josef von Spaun gewidmet. Während das verträumt schweifende Andante trotz seiner dramatischen Ausbrüche dem herkömmlichen Muster der Sonate ebenso entspricht wie das rabiate Menuett – mit einem verklärten Trio als Kontrast – und das klar gegliederte Final-Rondo, scheint der groß dimensionierte Anfangssatz ihren Rahmen sprengen zu wollen.

EGON WELLESZ (1885-1974)

Piano Concerto op. 49 / Violin Concerto op. 84

1 CD PC: 21 C5027 – UPC 84522105027 0

MARGARETE BABINSKY, Klavier / piano
DAVID FRÜHWIRTH, Violine / violin
RUNDFUNK SINFONIE-ORCHESTER BERLIN
ROGER EPPLE, Dirigent / conductor

Am 21. Oktober 1885 wurde Egon Wellesz in Wien als einziges Kind einer aus dem ungarischen Teil der Donaumonarchie zugezogenen wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Nach der Reifeprüfung und einem kurzem Intermezzo als Hörer an der juridischen Fakultät der Universität Wien wechselte er zur Musikwissenschaft (sein verehrter Lehrer war bekanntlich Guido Adler) und wurde daneben einer der ersten Privatschüler Arnold Schönbergs. Obwohl er sich dessen strengem Unterricht schon nach zwei Jahren entzog und eigene Wege ging – was ihm Schönberg nie wirklich verzieh –, stellten sich schon bald erste Erfolge ein. Vor 1938 zählte Wellesz sogar zu den wichtigsten zeitgenössischen Komponisten überhaupt: Interpreten von Rang nahmen sich seiner Werke an und seine zahlreichen Arbeiten für das Musik- und Tanztheater, die teilweise auf Libretti der Freunde Jakob Wassermann und Hugo von Hofmannsthal geschrieben wurden, standen permanent auf den Spielplänen der wichtigsten deutschsprachigen Bühnen. Aber auch als Musikwissenschaftler leistete er etwa mit der erstmaligen Entzifferung der byzantinischen Notenschrift, mit seinen Arbeiten über die Barockoper oder mit der überhaupt ersten Schönberg-Biographie Hervorragendes.

Von 1918 bis 1937 verbrachte Egon Wellesz zusammen mit seiner Familie alle Sommer in Alt-Aussee in der Steiermark, er nütze diese Zeit der Ruhe vornehmlich zum Komponieren, wozu er während des anstrengenden Arbeitsjahres an der Universität nur selten kam. So wurde auch das Konzert für Klavier und Orchester, op. 49 dort zu Beginn des Sommers 1933 in Angriff genommen und bereits am 20. Juli desselben Jahres beendet. Es zeigt des Komponisten damalige intensive Beschäftigung mit neobarocken und neoklassizistischen Kompositionstechniken, immer allerdings durch die Brille eines dem Schönberg-Kreis in gewisser Hinsicht nahe stehenden Komponisten gesehen.

Die Ereignisse des 12. März 1938 beendeten diese so erfolgreiche Karriere jedoch abrupt. Sie hatten für Wellesz empfindliche Konsequenzen: Als Jude, Monarchist und Verfasser von “entarteter Musik” wurde der 53jährige, der sich glücklicherweise in diesen Tagen zufällig in Holland bei Aufführungen seines Erfolgsstücks “Prosperos Beschwörungen” aufhielt und wohlweislich nicht mehr zurückkehrte, sofort nach der “Machtübernahme” aller seiner Ämter enthoben und polizeilich gesucht.

Das bemerkenswerte Violinkonzert, op. 84, aus dem Jahre 1961 unterscheidet sich nicht nur in seiner Tonsprache signifikant vom nicht ganz dreißig Jahre zuvor entstandenen Klavierkonzert. Zwischen 19. März und 30. April 1961 komponiert, zog sich die Instrumentation dann doch bis zum 10. Juli dieses Jahres hin. Das Werk wurde durch den Wiener Geiger Eduard Melkus beauftragt und am 12. Jänner 1962 in Wien mit Melkus als Solisten und dem “Großen Orchester des Österreichischen Rundfunks” uraufgeführt.

FRÉDÉRIC CHOPIN (1810-1849)


Great Chopin Performers – The Warsaw Recordings

5 CD PC: 24 C7039 – UPC 84522107039 1

Live Recordings from Chopin Piano Competition Warsaw

IVO POGORELICH
STANISLAV BUNIN,
ADAM HARASIEWICZ
MAURIZIO POLLINI
VLADIMIR ASHENAZY
MARTHA ARGERICH

Der Warschauer Chopin-Wettbewerb
Viele der glänzendsten Pianistenpersönlichkeiten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts waren Polen, es sei nur erinnert an Ignaz Paderewski, Josef Hofmann, Leopold Godowsky, Moritz Rosenthal, Artur Rubinstein, Alexander Michailowski und Wanda Landowska. Nachdem Polen am Ende des Ersten Weltkrieges seine nationale
Unabhängigkeit zurückgewonnen hatte, legte der junge Staat großen Wert auf die Pflege und Fortführung seiner musikalischen Traditionen. So fand der Gedanke des Pianisten Jerzy Zurawlew einen Wettbewerb auszuschreiben, der speziell der Pflege der Musik Frederic Chopins dient, viel Zustimmung. 1927 wurde er zum ersten Mal in Warschau ausgetragen. Nach einer kriegsbedingten Pause von zwölf Jahren wurde der 4. Wettbewerb 1949 zum 100. Todestag Chopins veranstaltet; dabei wurden zum ersten Mal zwei Erste Preise vergeben, an die Polin Halina Czerny‑Stefanska und die Russin Bella Davidovich. Mit Adama Harasiewicz errang 1955 wiederum ein Pole die Goldmedaille. 1960, 1965 und 1970 wurden mit Maurizio Pollini, Martha Argerich und Garrick Ohlsson junge Musiker aus dem Westen Gewinner. 1975 folgte der 18jährige Krystian Zimerman, 1980 als erster Asiate der Vietnamese Dang Thai Son und 1985 der Russe Stanislaw Bunin. Die Jury des Chopin-Wettbewerbs besteht aus rund zwanzig Mitgliedern, von denen laut Satzung die Hälfte Polen sein müssen.

RALPH VAUGHAN WILLIAMS (1872 - 1958)


1CD · C5035 PC: 21 UPC:845221050355

Concerto for oboe and strings in A minor
Ten Blake Songs
Household Music
Fantasia on a Theme by Thomas Tallis



Lajos Lencsés, Oboe · Andreas Weller, Tenor
Budapest Strings · Béla Bánfalvi

ERNST KRENEK Symphonic Elegy

Works for string orchestra
Orchestra Leopoldinum · Ernst Kovacic

2 CD – PC 21 PC: 21 C5033 · UPC: 84522105033 1

Abschied und Aufbruch – Ernst Kreneks Werke für Streichorchester

Mit seiner Symphonic Elegy, die er bereits im Januar 1946 „in memoriam Anton Webern“ vollenden konnte, leistete Krenek auf beeindruckende Weise Trauerarbeit. Immerhin war es ihm gelungen, ein Werk zu schaffen, das einerseits (in der souveränen Handhabung der Zwölftonmethode) kompositionstechnisch auf der Höhe seiner Zeit stand, andererseits aber von bewegender Espressivität ist, wie etwa der zentrale Teil offenbart: eine an Gustav Mahler gemahnende Marcia funebre, die der perkussiv wiederholte, dem Pizzikato der tiefen Streicher überantwortete Ton d grundiert.

Weniger komplex geht es in Kreneks 1955 geschriebenen Sieben leichten Stücken für Streichorchester zu, wobei „leicht“ nicht allein auf den nicht sonderlich hohen spiel technischen Schwierigkeitsgrad abzielt, sondern auch auf das Leger-Heitere, das den genrehaften Miniaturen eignet.

Die kräftigen Rhythmen der Sinfonietta a Brasileira op. 135 verweisen indes weniger auf Folklorismen als auf den jungen Krenek, der sich in der Phase der Neuen Sachlichkeit gern maschinenhafter Pulsationen bediente. Es scheint als habe der Komponist damals wieder an Bodenhaftung gewonnen und sich von jenen vergeistigten Klängen verabschiedet, mit denen er auf den Zweiten Weltkrieg und das Exil reagiert hatte.

Farewell and Departure – Ernst Krenek’s opus for string orchestra
The composers Symphonic Elegy “in memoriam Anton Webern” which he finalised already in January 1946 is an impressive example of grieving. After all, he has managed to combine on the one hand the sovereign use of twelve-tone music, then a sign of his sound grasp of contemporary composition, and on the other hand he made use of a moving expressiveness, which is especially apparent in the central movement: A Marcia funebre in the tradition of Gustav Mahler, underpinned by a note in D by low-pitched strings in pizzicato mode.
Krenek’s Sieben leichte Stücke (Seven easy/light pieces of music) for string orchestra, composed in 1955 are less complex. However, the classification as easy/light is not only characterising the relatively low level of technical difficulty but the cheerful and casual character of the pieces.
The powerful rhythm of the Sinfonietta a Brasileira op. 135 is not so much borrowed from folkloristic music but more a reference to the work of the young Krenek, who during the phase of Neue Sachlichkeit (New Sobriety) liked to use machine-like pulsation. It seems as if the composer had regained his old fortitude after the years of WWII and his exile which were characterised by refined sounds.

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